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Tag der Deutschen Einheit

Lebenserwartung in Ost und West annähernd gleich

Seit der Wende sind die Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern fast verschwunden. Nur bei Männern ab 40 klafft noch eine größere Lücke.

Baby unter Deutschlandfahne
Ob das Kind in Dortmund oder Dresden geboren wurde, spielt für seine Lebenserwartung keine Rolle. In Ost und West werden Neugeborene gleich alt.

Nach 1995 geborene Kinder können momentan in Ost- und Westdeutschland auf die gleiche Lebenserwartung blicken. So wird auf Basis der aktuellen Trends erwartet, dass beispielsweise Mädchen des Jahrgangs 1996 jeweils durchschnittlich 91,2 Jahre und die Jungen 86,2 Jahre erreichen können.

Das zeigen neue Berechnungen des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR), die auf Grundlage von Prognosen der Vereinten Nationen für die Initiative „7 Jahre länger“ erstellt wurden. „Die deutlichen Unterschiede der Vergangenheit zwischen Ost und West sind fast verschwunden“, sagt Sebastian Klüsener, Projektleiter am MPIDR (einen Vergleich für jeden Geburtsjahrgang in Ost- und Westdeutschland finden Sie hier).

Unterschiede nur noch bei höheren Jahrgängen

lebenserwartung_ostwest
Je jünger die Menschen, desto geringer sind die Unterschiede zwischen Ost und West. Und desto größer ist die Lebenserwartung insgesamt.

Auffälligere Unterschiede gibt es heute nur noch bei den höheren Jahrgängen. Laut den Berechnungen des MPIDR haben Frauen ab 20 im Osten durchschnittlich etwa einen Monat weniger zu leben als im Westen. Bei den Männern im Alter zwischen 20 und 45 liegt der Abstand durchschnittlich bei 2,5 Monaten.

Am größten ist die Differenz bei Männern im Alter von 45 bis 65 Jahren: Die Lebenserwartung dieser Gruppe liegt im Osten um bis zu elf Monate niedriger als im Westen. „Diese Geburtsjahrgänge wurden durch die Umbrüche im Osten nach 1989 vor besonders große Herausforderungen gestellt“, so Klüsener. „Viele hatten noch zu DDR-Zeiten ihre Ausbildung abgeschlossen und mussten sich unter ungünstigen Wirtschafts­bedingungen neu orientieren. Das hat sich insbesondere auf das Sterblichkeitsrisiko von Männern ausgewirkt.“

Für das Geburtsjahr 2015 liegt der Osten gar leicht vorn

Für den letzten untersuchten Geburtsjahrgang 2015 zeigen die Prognosen des MPIDR dagegen sogar einen hauchdünnen Vorsprung in der Lebenserwartung im Osten an. Diese Zahlen sollten laut Klüsener aber nicht überinterpretiert werden. „Wir sehen auch heute noch Ost-West-Unterschiede etwa beim Rauchverhalten, die auch zukünftige Entwicklungen beeinflussen können. Dies sollte aber nicht mehr zu derart großen Lücken zwischen Ost- und Westdeutschland führen, wie sie Ende der 1980er Jahre existierten.“ Im Wendejahr 1990 starben Frauen im Osten noch durchschnittlich 2,7 Jahre früher als im Westen. Bei den Männern waren es sogar 3,4 Jahre.

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