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Bedeutsame Zahl

Wie die Sieben unser Leben bestimmt

Die Sieben fasziniert die Menschen seit jeher. Sie ist Glücks- und ebenso häufig Unglückszahl. Und wenn es um unser Leben geht, unterschätzen wir sie mitunter gewaltig.

die sieben Wochentage in englisch auf Schilder geschrieben
Im Alltag allgegenwärtig: Die Sieben begleitet uns lebenslang – angefangen von der 7-Tage-Woche. (@RTimages – stock.adobe.com)

Sind wir verliebt, schweben wir auf Wolke sieben, wahlweise auch im siebten Himmel. Sind wir verheiratet, gilt es, das verflixte siebente Jahr zu überstehen. Geht das schief, packen wir unsere sieben Sachen. Wir bewundern die sieben Leben einer Katze, sind fasziniert von den sieben Weltwundern, teilen die Woche in sieben Tage und freuen uns über schönes Wetter am Siebenschläfertag.

Kurz gesagt: Die Sieben ist nahezu allgegenwärtig. Sie steht für Fülle, Vollkommenheit und vor allem für Glück. Sollen Menschen spontan eine beliebige Zahl zwischen Eins und Neun nennen, fällt die Wahl am häufigsten auf die Sieben. Für jeden Vierten hierzulande ist sie Glücks- und Lieblingszahl.

Allgegenwärtig – auf Erden und am Himmel

Auf der Suche nach dem Ursprung ihrer Faszination landet man schnell in der Antike. Immer, wenn eine Kulturen oder Religionen versuchten, sich ein Bild von der Welt zu machen, spielte auch die Sieben eine zentrale Rolle. Blickten die Babylonier mit bloßem Auge in den Nachthimmel, entdeckten sie sieben Wandelgestirne – Sonne, Mond, Jupiter, Mars, Merkur, Saturn, Venus – und setzten sie mit Göttern gleich. Schon im Altertum erstellten die Menschen Mondkalender, um  Naturabläufe vorherzusagen und Ernte- und Saatdaten festzulegen. Jeder Zyklus bestand aus vier etwa siebentägigen Wochen. Pythagoras, der große griechische Mathematiker, sah in der Sieben nicht weniger als die reine Perfektion. Denn als die Summe aus drei und vier war sie für ihn die Einheit der beiden vollkommenen Gebilde Drei- und Viereck.

Christentum, Islam, Judentum – durch die Sieben verbunden

Auch im Christentum ist die Sieben mehr als nur eine Zahl. In ihr vereinen sich das Göttliche und das Weltliche, die Dreifaltigkeit – Vater,  Sohn, Heiliger Geist – auf der einen und die vier Elemente – Feuer,  Wasser, Erde, Luft – auf der anderen Seite. Lesern der Bibel begegnen sieben Tugenden, sieben fette und sieben magere Jahre, sieben Wunder, und nicht zuletzt die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz. Und natürlich die Schöpfungsgeschichte, wonach Gott sich am siebenten Tag ausruhte, nachdem er die Welt an sechs Tagen erschaffen hatte.

Im Judentum sind die siebenarmige Menora und der sonntägliche Schabbat bis heute Symbole dafür. Im Hebräischen haben die Worte „sieben“ und „Vollendung“ sogar den gleichen Wortstamm. Muslime umrunden auf dem Haddsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, die Kaaba sieben Mal gegen den Uhrzeigersinn. Und Buddha soll unter einer Pappelfeige sitzend erleuchtet worden sein – nach sieben Jahren Suche und Askese.

Doch die Sieben kann auch anders. In Ländern des Fernen Ostens gilt sie als Unglückszahl, die mit bösen Geistern paktiert. In der Bibel werden sieben Todsünden genannt, sieben Posaunen und sieben Plagen künden vom nahenden Unheil der Apokalypse.

Kennen Sie die 7-Jahres-Regel?

Und in unserem Alltag? Die Farben des Regenbogens, die Töne der Tonleiter, die pH-Werte des Wassers, die physikalischen Grundeinheiten, die Sieben-Tage-Woche. Manchmal bedarf es auch einer gewissen Nachhilfe. Über die sieben Weltmeere schippern Seeleute beispielsweise beispielsweise erst, seit Pazifik und Atlantik in einen Nord- und einen Südteil gegliedert sind.

Seit der Antike wird zudem die Sieben-Jahres-Regel diskutiert, wonach sich der Mensch körperlich und geistig alle sieben Jahre grundlegend verändern soll. Und tatsächlich: Mediziner am angesehenen Karolinska-Institut in Stockholm haben errechnet, dass sich je nach Alter unser Körper alle sieben bis zehn Jahre runderneuert – vom Lungenbläschen bis zum Skelett.

Die Deutschen leben auch sieben Jahre länger

Mitunter unterschätzen wir aber auch die Macht der Sieben gehörig. Bei unserer eigenen Lebenserwartung zum Beispiel. Bei einer Studie des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik von 2012 glaubten die befragten Frauen, ein Maximalalter von 80 Jahren zu erreichen. Männer vermuten 75 Jahre. Beide lagen daneben – und zwar um satte sieben Jahre. Denn statistisch haben die befragten Frauen durchschnittlich rund 87 Jahre zu leben, die Männer immerhin 82 Jahre.

Um daraus sieben gute und gesunde Jahre zu machen, sollte man sich jedoch nicht allein auf sein Glück verlassen. Sieben Stunden Schlaf pro Nacht, ab und zu sieben Tage lang keinen Alkohol, täglich sieben Minuten aktive Bewegung, sieben Mal pro Woche ausgiebig lachen, auch auf die sieben Zigaretten am Tag verzichten, sieben Gründe finden, warum es sich lohnt, morgens aufzustehen: So bleibt die Sieben keine reine Glückszahl, sondern wird zum Komplizen, der dabei hilft, die Chance auf ein langes und glückliches Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

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