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Suche nach dem Jungbrunnen

7 Forschungsansätze, das Leben zu verlängern

Weltweit tüfteln Wissenschaftler daran, das Alter auszutricksen. Manche Ideen klingen nach Science Fiction, andere scheinen aber durchaus realistisch.

elomere length loss health concept with DNA and shortening telomeres medical idea as a green tree with gradual decline with falling red leaves on the end caps of a chromosome for aging and living a shorter life with 3D illustration elements.
Durch Zellteilung verkümmern die Telomere – die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen (rote Darstellung). Forscher wollen den Prozess aufhalten und so Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs bekämpfen.

Eigentlich könnten die Menschen heute mit ihrer Lebenserwartung ganz zufrieden sein. Neugeborene werden immerhin durchschnittlich 90 Jahre alt, und damit ist ihnen deutlich mehr Zeit auf Erden vergönnt als ihren Urgroßeltern. Bessere Lebensbedingungen, höherer Wohlstand und medizinische Fortschritte tragen dazu bei.

Doch der Erfolg scheint nicht genug: Wie bei vielen Dingen so strebt der Mensch auch beim Lebensalter nach mehr, und will sich nicht abfinden mit den Grenzen, die die Natur ihm setzt. Neue Erkenntnisse über die Zusammenhänge des Alterns und technische Möglichkeiten lassen durchaus darauf hoffen, dass sich der Tod weiter hinausschieben lässt. Wir stellen einige Strategien vor.

1. Kryonik – zweites Leben nach der Eiszeit

Es klingt schon ziemlich brachial, was Kryonik-Anhänger bereit sind, über sich ergehen zu lassen: Nach ihrem Tod wird sämtliches Blut aus dem Körper gepumpt und durch Frostschutzmittel ersetzt. Dann hängt man den Leichnam kopfüber in einen mit flüssigem Stickstoff gefüllten Fiberglastank und friert ihn bei minus 196 Grad Celsius ein. Anschließend heißt es warten. Warten auf den medizinischen Fortschritt, der ein Auftauen und Weiterleben in der Zukunft möglich macht. Derzeit gibt es weltweit drei Institute, die Leichen auf diese Weise präparieren. Kosten für den Traum vom ewigen Leben: rund 35.000 Euro.

2. Parabiose – Blut als Jungbrunnen

Blut wird seit Menschengedenken als Träger der Lebenskraft betrachtet. Forscher testen  dessen Anti-Aging-Wirkung nun auch anhand des Verfahrens der Parabiose. Hierbei werden z. B. zwei Mäuse, eine junge und eine alte, aneinander „getackert“ und so ihre beiden Blutkreisläufe verbunden. Klingt gruselig, hatte aber eine erstaunliche Wirkung: das „junge“ Blut verpasste der alten Maus eine gehörige Verjüngungskur, ließ ihr Fell wieder strahlen, machte das Herz kräftig und das Gehirn wieder leistungsfähiger. Ob das Ganze auch auf den Menschen übertragbar ist, z. B. als Mittel gegen Alzheimer, erforschen derzeit Biotech-Firmen im Silicon Valley.

3. Zellreinigung – raus, was keine Miete zahlt

Wenn wir älter werden, hören einige Zellen damit auf, sich zu teilen. Als „seneszent“ bezeichnet man solche nutzlosen Zellen, die dazu noch schädlich sein können, denn sie scheiden Moleküle aus, die dem Gewebe schaden. An der Mayo Clinic in den USA ist es nun erstmals gelungen, durch die Gabe eines Medikaments diesen „Zellmüll“ aus dem Organismus von Mäusen zu entfernen. Und tatsächlich: Danach lebten die Nagetiere im Durchschnitt 25 Prozent länger. Forscher erhoffen sich von dieser Methode vor allem den erfolgreichen Kampf gegen Alterskrankheiten wie Grüner Star, Arthritis oder Herzprobleme

4. Reparatur der Chromosomenenden

2009 erhielten drei US-Forscher den Medizinnobelpreis für die Entdeckung der Telomerase, die beim Altern eine entscheidende Rolle spielt. Das Enzym schützt die sogenannten Telomere, eine Art Schutzkappen, die an den Enden der Chromosomen sitzen. Die Crux: Je älter wir werden und je häufiger sich die Zellen in unserem Körper geteilt haben, desto kürzer werden diese. Die Folge sind körperlicher Abbau und Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Arteriosklerose sein. Biotech-Firmen wie Sierra Science aus den USA suchen derzeit nach einem Stoff, der die Telomerase in menschlichen Zellen wieder anschiebt und dadurch die innere Uhr des Alterns rückwärts laufen lässt.

5. Mind-Uploading – das gespeicherte Ich

Was macht einen Menschen aus? Geld, Besitztümer, Erfolg im Job? Wenn’s drauf ankommt, wohl eher nicht, denn es sind vor allem immaterielle Dinge – Charakter, Gefühle, Denkweisen, Erinnerungen, Verhalten –, durch die wir einzigartig sind. Beim Mind-Uploading soll genau dies auch nach dem Tod erhalten bleiben: Der Geist mit all seinen Eigenschaften wird extern „gespeichert“ und so ein „virtuelles Gehirn“ erschaffen. Einige Forscher orakeln, dass dies schon in 30 Jahren möglich sein soll. Dann könnte unser Ich digital weiterleben.

6. Tissue Engineering – gesunde Organe aus dem Labor

Tissue Engineering könnte in Zukunft die bessere Alternative zur Organtransplantation oder zum Einsatz künstlicher Implantate sein. Aus eigenen Zellen wird dabei biologisches Gewebe gezüchtet, das, in den Körper eingepflanzt, mitwächst und nicht abgestoßen wird. Schon heute können so Muskeln, Knorpel, Haut, Herzklappen oder Harnblasen hergestellt werden. Auch an Nieren und Lebern aus dem Labor wird derzeit geforscht.

7. Metformin – Anti-Aging-Mittel zum Schlucken

Metformin, eigentlich ein Wirkstoff, der in Diabetes-Medikamenten enthalten ist, könnte auch den Alterungsprozess ausbremsen. Forscher an der Universität Cardiff fanden heraus, dass Typ-2-Diabetiker, die Metformin als Erstlinien-Therapie erhielten, eine um 15 Prozent längere Überlebenszeit hatten als Menschen ohne Diabetes. Vor allem typische Alterskrankheiten wie Demenz, Krebs oder Arteriosklerose soll der Wirkstoff verhindern. Eine groß angelegte Studie in den USA will nun herausfinden, ob Metformin auch bei Menschen ohne Diabetes das Altern verlangsamt.

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