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Familienerbe

7 Dinge, die wir von älteren Menschen lernen können

Wir erklären den Großeltern, wie Handys funktionieren. Doch auch die Älteren besitzen wertvolles Wissen, das uns bereichern kann und das es zu bewahren gilt.

Eine Oma bringt ihrer Enkeltochter das Stricken bei.
Es soll ja Menschen geben, die viel Geld für einen Strickkurs bezahlen. Oma verlangt mit Sicherheit nichts dafür und kocht darüber hinaus noch ein leckeres Essen.

1. Alte Spiele

Mittwochabend hatte Opa niemals Zeit: Dann stand im Dorf das wöchentliche Skat-Turnier auf dem Programm. Es wurde „gereizt“ und „gestochen“, was das Zeug hielt, zwischendrin ein bisschen getratscht und zwei, drei Likörchen getrunken. Heute – in Zeiten von Videospielen und Gaming-Apps – sind die Regeln traditioneller Kartenspiele wie Skat, Bridge und Canasta oder Brettspiele wie Schach unter Jüngeren  kaum noch bekannt. Schade eigentlich, denn Studien heben immer wieder deren trainierende Wirkung für das logische und strategische Denken hervor. Also: Candy Crush und Ego-Shooter aus, Karten auf den Tisch und sich von Opa die Spielregeln erklären lassen!

2. Stricken, nähen, Socken stopfen

Hand aufs Herz: Wer könnte heutzutage noch selbst einen Pullover stricken, einen Topflappen häkeln oder eine Hose kürzen? Wahrscheinlich die wenigsten. Im Haushalt unserer Großeltern hingegen gehören Stricknadeln und Nähmaschine oft fest zum Inventar. Eine Socke wegwerfen, nur weil sie ein kleines Loch hat? Die pure Verschwendung! Und damit sind sie up to date: Seit Jahren liegt „Do it yourself“ voll im Trend. Einen teuren Nähkurs kann man sich sparen – Ältere geben sicher gern ihr Wissen weiter und zeigen, wie man einen Steppstich setzt oder eine Masche aufnimmt.

3. Umweltbewusst und genügsam leben

Nicht selten haben unsere Großeltern Zeiten des Mangels erlebt und sich dabei Wissen, Tricks und Verhaltensweisen angeeignet, die uns heute als Vorbild für mehr Nachhaltigkeit dienen können. So wissen sie sicher, dass viele der in Deutschland wachsenden Un- und Wildkräuter essbar sind, dass man anstelle von chemischen Reinigungsmitteln auch prima Essig, Zitronensäure oder Natron zum Putzen nehmen kann oder warme Kartoffelwickel gut gegen Fieber helfen. Welches Hausmittel gegen welches Wehwehchen wirkt – Ältere sind hier Profis. Bei Oma und Opa wurde zudem wenig weggeschmissen und man verwertete Lebensmittel so gut es ging. Auch den Trend zum Jutebeutel haben sie strenggenommen erschaffen: Statt in umweltschädlichen Plastiktüten werden die Einkäufe seit jeher in Stofftasche und Körbchen nach Hause getragen.

4. „Klassiker“ kochen und backen

Jeder kennt ihn wohl, diesen besonderen Geschmack, den nur Oma in die Rouladen zaubern kann. Die perfekte Mischung aus Zwiebeln, Gurken, Senf, Speck und Gewürzen ist ihr Geheimnis. Es schmeckt nach Zuhause, nach Heimat auf dem Teller. Ob Sauerbraten, Königsberger Klopse oder Schwarzwälder Kirschtorte – Ältere beherrschen traditionelle Rezepte aus dem Effeff und man kann so einiges in Sachen Kochen lernen. Also beim nächsten Sonntagsbesuch mal in der Küche über die Schulter schauen – und später das Familienrezept an die eigenen Kinder weitergeben.

5. Die Kunst des Briefeschreibens

E-Mails, Facebook-Chats, WhatsApp-Nachrichten – wir kommunizieren den ganzen Tag miteinander. Doch wann haben wir zum letzten Mal einen handgeschriebenen Brief erhalten? Oder gar selbst einen verfasst? Sicher schon einen Weile her. In der Generation unserer Großeltern brachte der Briefträger nicht nur Rechnungen, sondern auch Liebesbriefe und andere dicke Umschläge mit zu Papier gebrachten Gedanken. Erinnerungen für die Ewigkeit, die man sammeln und immer wieder lesen kann. Stift und Briefpapier in die Hand zu nehmen, lohnt sich also. Und mal ehrlich: Nichts ist wohl so uncharmant wie ein Haufen ausgedruckter E-Mails.

6. (Familien-)Geschichte verstehen

Die Nachkriegsjahre oder die Zeit der DDR, das Wirtschaftswunder oder der Deutsche Herbst: Was wir vielleicht nur noch aus Geschichtsbüchern kennen, hat die Generation unserer Großeltern live miterlebt. Zuhören und sich „von früher“ erzählen lassen, kann mitunter lehrreicher und anschaulicher sein als so manche TV-Doku. Zudem sind sie Zeugen der eigenen Familiengeschichte.  Wer sind die vielen unbekannten Personen auf den Schwarz-Weiß-Fotos im Album? Wie waren ihre     Lebenswege, welche Anekdoten und Skandale haben sich zugetragen? Spannend.

7. Gelassener werden

Wenn der Enkel auf dem Spielplatz hinfällt, sind es wahrscheinlich die Großeltern, die die Ruhe bewahren. Einmal pusten, Krokodilstränen wegwischen, wieder rauf aufs Klettergerüst – schließlich hat auch ihr Nachwuchs die Kindheit ohne Schäden überlebt. Gelassenheit ist eine Charaktereigenschaft, die sich in vielen Fällen erst mit dem Älterwerden einstellt. Man hat schon jede Menge erlebt, hat viele verschiedene Situationen gemeistert und dadurch einschätzen gelernt. Also aus der Mücke keinen Elefanten machen. Oft paart sich das mit einer zweiten Erkenntnis: die Lebenszeit gut nutzen. Prioritäten setzen und nicht immer alles aufschieben, mehr Zeit mit seinen Lieben verbringen und sich besser um seine Gesundheit kümmern. Einsichten, die man sich auch schon in jüngeren Jahren zum Vorbild nehmen sollte.

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